Mein Leben
Mord stinkt zum Himmel wurde 1996 zum ersten Mal veröffentlicht und 1998 neu aufgelegt. Hauptkommissarin Ina Dehler von der Darmstädter Kripo hat keine Ahnung, wie eine Kläranlage funktioniert - bis Sie und ihre Kollegin in der Groß-Zimmerner Kläranlage eine Leiche finden. Während Ina Mordmotiv und Täter nachspürt, wird ihre beste Freundin Katharina auf höchst unerfreuliche Weise mit ihrer Vergangenheit konfrontiert. Für beide Frauen wird es brenzlig … Econ, Düsseldorf 1996 |
Ich hab's geahnt. Sie wollen sowas wie 'ne Biografie. Geht Sie aber nix an. Finde ich.
Geht Sie doch was an, findet meine Erfinderin. Scheiße, jetzt muß ich mich wieder mit der rumstreiten. Mach ich nicht gern, die hat so nah am Wasser gebaut. Manchmal kommt sie aber auch mit der Nummer, ich schuldete ihr was, weil ich ohne sie ja gar nicht da wär. Ich kann's nicht leiden, wenn mir jemand Schuldgefühle macht.
Ja, ja, schon gut. Ich mach ja schon.
Geboren: am 29.10.1963 in Bochum.
Schule: Gymnasium. Abitur mit Ach und Krach.
Lieblingsfächer: Sport und
Mathematik.
Danach direkt zur Polizei. Da bin ich immer noch.
Reicht Ihnen das? Wahrscheinlich nicht. Dachte ich mir schon. Okay, aber nur, weil heute nicht viel los ist und meine Erfinderin versprochen hat, die Tippfehler zu verbessern.
Ich komme aus einer Akademikerfamilie. Da darf man alles werden, was die Unis so hergeben. Müllmann oder Polizistin gehören natürlich nicht dazu. Als meine Mutter hörte, daß ich zur Polizei wollte, hat sie mit Selbstmord gedroht. Hat mich aber nicht geschreckt, kannte ich schon. Außerdem hab ich Harold und Maude gesehen. Abhalten konnte sie mich nicht, ich war ja volljährig. Und als alles Weinen, Drohnen und Schluchzen nicht half, hat sie sich damit abgefunden. Und sich sofort Sorgen gemacht, ob ich auch das richtige zum Anziehen hätte. "Am Anfang tragen alle Uniform", hab ich ihr gesagt, und dann sehen wir weiter. Die Uniform der Bereitschaftspolizei gefiel ihr nicht, völlig unmodern, fand sie, und die Farbe sei ein Skandal. Ich hab gesagt, OP-Kleidung sei schließlich auch nicht der Bringer (mein Bruder ist Chirurg). Da hat sie das Thema gewechselt.
Mittlerweile bin ich bei der Kripo und kann tragen, was ich will. Nämlich meine schwarze Ledermontur. Da werde ich wenigstens beim Motorradfahren nicht naß. Erzählt mir meine Mutter doch neulich, als Kommissarin können man sich ja sehr hübsch kleiden, hätte die im Fernsehen gesehen. Die Hannelore Elsner hätte da wirklich sehr elegant gewirkt. Hah! Die soll mal mit ihrem weißen Wollmäntelchen und den hochhackigen Pumps in 'nem nassen Waldstück rumlaufen und sich 'ne halbvermoderte Leiche ansehen.
Ich wohne in Groß-Zimmern. Meine beste Freundin Katharina wohnt da auch, zum Glück. Die kocht ziemlich gut, was mir völlig abgeht. Dafür hakt es bei ihr manchmal ein bißchen mit dem logischen Denken. Würde ich ihr natürlich nie so sagen, aber wenn ich dran denke, wie sie mir vor ein paar Jahren in diesen Fall mit der Kläranlage reingestolpert ist ...
Verheiratet bin ich auch, mit Paul. Der ist das, was man einen IT-Spezialisten nennt. Ich nenn das Computer-Fuzzy, aber nur, wenn er's nich hört. Ich rauche auch. Zwar weiß ich, daß die Guten heute alle Nichtraucher sind, vor allem in den Ami-Filmen, aber ich kann's nicht lassen. Und meine Erfinderin läßt mich. Und wer weiß, vielleicht gehöre ich ja gar nicht zu den Guten. Finden Sie's raus. Und wären Sie finden, trinke ich mein Bier.